Begegnung an der Autobahn

Auf dem Weg von Lübeck nach Hause legte ich eine kurze Pause an der Raststätte Allertal ein. Ich wollte weiterfahren, da stieg direkt neben mir eine Familie mit ihrem Hund aus.

So eine Rasse hatte ich noch nie gesehen. Ich war beim ersten Anblick des Hundes hingerissen.  Der Mann schien es nicht eilig zu haben, während der Rest der Familie zum WC verschwand. Ich fragte ihn, was denn das für eine Rasse sei.

„Ein Irish Soft Coated Wheaten Terrier“.  „ Hee?“  „Also, nochmal zum Mitschreiben:

ein Irish Soft Coated Wheaten Terrier, übersetzt: ein Irischer Terrier mit weichem und weizen-farbigem Fell“. „Aha! Und wie ist der so??“ Ich spürte sofort, meine Fragerei war ihm nicht lästig. Er klärte mich sehr engagiert auf: „Ein idealer Familienhund, sanftmütig, geduldig, verspielt, im Haus sehr ruhig und bellt nicht ohne Grund. Aber das Beste ist, und deshalb habe ich auch nur zugestimmt, dass wir überhaupt einen Hund haben: Der haart nicht, keine Hundehaare in der Wohnung!“ Das hörte sich zu phantastisch an!

„Und das stimmt auch??“ „Das können Sie mir ruhig glauben“.

Seine Familie kam zurück, wir verabschiedeten uns und ich setzte meine Heimreise fasziniert, jedoch durchaus ungläubig, fort.

Auf der Fahrt ging mir so durch den Kopf: Du wolltest doch schon als Junge einen Hund haben. Meine Mutter allerdings war nicht zu erweichen: „Da bleibe ich doch dran hängen.“ Ein sicherlich berechtigter Einwand. Wie Kinder so sind…

Die Geschichte setzte sich genauso fort, als mein Sohn dann auch auf die Idee kam, dass er unbedingt einen Hund bräuchte. Aber seine Mutter war, was das Thema anging, aus dem gleichen Holz geschnitzt wie seine Oma.

Wieder zuhause

Beim Abendessen erzählte ich meiner Lebenspartnerin ausführlich von meiner Begegnung auf der Autobahnraststätte.

Im Glauben die Antwort zu wissen (…Gott bewahre!), stieß mein Bericht durchaus auf Interesse. Gisela informierte sich – nach nochmaliger Rückfrage nach der Bezeichnung – im Internet über die Rasse. Beiläufig erwähnte sie, dass auch sie sich vorstellen könnte, einen Hund zu haben.

Und dann ging es ganz schnell. Die Berichte und Beschreibungen über den Irish Soft Coated Wheaten Terrier deckten sich mit dem, was ich gehört hatte.

Besichtigung

2 Wochen später waren wir unterwegs zu einer Züchterin, die einen neuen  Wurf Welpen hatte. Goldig, echt süß! Nach ausführlichen Informationen ging es weiter in die Nähe von Bad Hersfeld. Hier war eine 6 Monate alte Hündin zu verkaufen, die eigentlich zur Zucht vorgesehen war. Allerdings hatten die Besitzer den Plan zur Zucht aufgegeben. Ein herrlicher Hund, zutraulich, aber „gesittet“. Auch die 3 weiteren Hunde im Haus waren super. Mit diesen Informationen und Eindrücken ausgestattet, traten wir die Heimreise an.

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Einen solchen Hund würden wir uns zulegen, das war jetzt sonnenklar!

 

Die Entscheidung

Jetzt galt es abzuwägen: einen kleinen Welpen oder doch die schon etwas größere „Cayenne“, so ihr Name.

Weil wir keinerlei Hunde-Erfahrung haben, entscheiden wir uns für Cayenne.

Die Gründe sind pragmatischer Natur, auch wenn die kleinen Welpen ja so süüüüß sind:

Cayenne ist geimpft, stubenrein, gut sozialisiert und hat Ihre ersten Lebens-Monate in einer liebevollen Umgebung zugebracht. Wie wir meinten, überwiegen für uns diese Vorteile – wie gesagt: keinerlei Erfahrung mit Hunden und in den ersten Wochen kann man viel falsch machen.

Wenn eine Entscheidung gefallen, ist wird man zwangsläufig ungeduldig. Dennoch ließen wir uns mit der endgültigen Entscheidung noch 2 Wochen (endlos!)  Zeit. Auch um uns weiter zu informieren, wir wollten ja nicht den bekannten Fehler machen, ein Haustier anzuschaffen ohne ausreichend vorbereitet zu sein. Ein Hund muss schließlich in das tägliche Leben passen, z.B.: was ist mit Urlaubsreisen? Kurz und gut: die Entscheidung ist getroffen, also anrufen, Termin machen, nach Bad Hersfeld fahren.

Cayenne kommt in unser Leben

Bei der Züchterin angekommen wurden wir herzlich begrüßt, von Menschen und Hunden.

Wir erhielten gute Tipps, Futter, Halsband, Leine, Pass mit Impfbescheinigung und

Chip-Nummer, Kaffee und Kuchen. Dann: natürlich ein tränenreicher Abschied!

Unsere Bedenken, wie sich Cayenne wohl verhalten würde waren unbegründet: Kofferraum auf, ein Sprung und zack, sie ging auch gleich in die Box. Nach dem Motto: nun mal los! Wo geht´s hin? Wir schauten uns fragend an, das hatten wir so nicht erwartet. Winken zum Abschied und ab die Post.

Die Heimfahrt verlief unproblematisch. Eine Pinkelpause und wieder rein ins Auto. Es zeigte sich sofort: Cayenne fährt gern Auto.

Zuhause angekommen wird erstmal die Wohnung untersucht und abgeschnüffelt.

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Ich bin die Neue hier

Der Blumentopf auf dem Fußboden – hochinteressant! Aber ein ruhiges NEIN reicht, es gibt ja noch mehr neues.

In der ersten Nacht hat sie dann ein IT-Kabel zerlegt, was ich dämlicher Weise ungeschützt am Boden liegen hatte. Ich war gespannt, wie schadensträchtig es weiter gehen würde.

Doch nach einigen Tagen und einem klaren „Nein“ zu einigen Versuchen, die Dinge genauer zu ergründen, brauchten wir uns keinerlei Sorgen mehr zu machen.

Zwei Wochen später ging es nach Dänemark, wir hatten uns ein Ferienhaus gebucht – mit Haustier-Erlaubnis. Wie würde Cayenne das verkraften?

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müde vom Toben am Strand

Offensichtlich sehr gut. Die Fahrt verlief völlig problemlos und das Ferienhaus wurde sofort für interessant befunden. Die Spaziergänge am verschneiten, sonnigen dänischen Strand boten viel Neues.

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So, jetzt bin ich die Größte!

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Es war – und ist noch – für uns höchst erstaunlich: Cayenne hat absolut nichts mehr zerlegt, keine Schuhe angeknabbert oder ähnliches, wirklich nichts!

Das größte ist, was uns keiner glaubt: Eine Schüssel mit Leckerlis steht offen auf Ihrer Schlafbox, die sie mühelos erreichen könnte, aber Cayenne geht nicht dran!

Dass sich ein Hund so problemlos in unser Leben und unsere Wohnung einfügen könnte, daran hätten wir nicht geglaubt.

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Im Haus Lammfromm, draußen ein Terrier.

Sie hört aufs Wort, aber in freier Wildbahn ist Leine angesagt, denn sobald sich da was bewegt, kommt der Jagdtrieb durch. Und richtig rund geht`s wenn Schnee liegt! Dann ist sie nicht zu halten, je tiefer rein umso besser.

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Nun sieh mal zu, wie ich wieder trocken werde!

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Ich krieg dich!

 

Eine bessere Wahl hätten wir nicht treffen können. Für uns als erstmalige Hundebesitzer optimal. Cayenne ist nun schon 7 Jahre alt und uns sehr ans Herz gewachsen, sie macht so viel Freude und hat alle Erwartungen sehr weit übertroffen. Vielleicht hat ja der eine oder andere „Wheaten-Besitzer“ ähnliche Erfahrungen gemacht, wir würden uns freuen wenn Ihr diese mit uns teilt.